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Andreas Bender über die Macht des Tropfens

Andreas Bender ist Gründer und Inhaber der ethisch basierten Werbeagentur und Druckerei "voice-design | Werbung, Design & Druck"

Werbeagenturen haben nicht gerade den Ruf, besonders ehrlich zu sein. Und damit wird ihnen in den meisten Fällen nicht einmal Unrecht getan. Doch Marketing an sich ist eine gute Sache: Gerade nachhaltige Unternehmen sollten werben und ihren Stand am Markt festigen. Aber als Angestellter steht es dir nicht zu, Kunden aus ethischen Gründen abzulehnen. Deshalb gründete ich meine eigene Werbeagentur und Druckerei und biete nun den Firmen mein Know-how und meine Arbeitskraft an, die ich guten Gewissens unterstützen kann - und verbessere somit die Welt!

Ja, ja, ich Weltverbesserer… "Optimismus ist nur ein Mangel an Information", schallt es in meinem Ohr. Immer öfter denke ich an diese Worte von Schriftsteller und Regisseur Heiner Müller. Fast täglich. Und immer öfter scheitere ich bei dem Versuch, sie zu widerlegen.



Aus Fehlern wird man klug.

In diesen Tagen wird wieder vom Klimagipfel berichtet. Vor genau zwanzig Jahren, im Juni 1992, trafen sich die Regierungen zum ersten Mal. Und was haben die Konferenzen für das Klima erreicht? Meist einigte man sich darauf, dass man sich mal irgendwann einigen müsste. Unsere Atmosphäre heizt sich währenddessen immer schneller auf.

Seit Jahrzehnten liegen Baupläne für verbrauchsarme Verbrennungsmotoren in den Schubladen der Automobilindustrie. Sie verstauben dort, denn Klima hin oder her: es soll ja weiterhin am Öl verdient werden. Eine Ölpest wie 2010 im Golf von Mexiko oder seit fünfzig Jahren im Niger-Delta sind „Kollateralschäden“ und schnell wieder vergessen. Schon heute gibt es wieder mehr aktive Ölbohrplattformen im Golf von Mexiko als vor der von BP verursachten Umweltkatastrophe.

Tepco, der Betreiber des Pannenreaktors Fukushima Daiichi, behauptet, die Lage sei ein Jahr nach dem Super-GAU schon wieder unter Kontrolle. Die Bundesregierung, die vor dem Reaktorunglück den rot-grünen Atomausstieg stoppte, holte diesen anschließend wieder aus der Schublade und stellte die ersten deutschen Kraftwerke ab. Zu groß war die Angst vor einer schallenden Ohrfeige bei den Landtagswahlen. Jetzt, wo ja laut Tepco fast schon wieder alles in Ordnung ist, will sie den Bau eines bereits in den 1970er Jahren geplanten und somit bereits vor Baubeginn restlos veralteten Atomkraftwerks in Brasilien mit einer Milliardenbürgschaft fördern. Außerdem werden die Bürgschaften für Atomkraftwerke in Indien, Finnland, Großbritannien und China geprüft.

Dass nicht einmal Japans Regierung Tepcos Angaben traut und bis heute alle AKW vom Netz genommen hat, scheint den Rest der Welt ebenso wenig zu beeindrucken wie die Tatsache, dass Japan seine Grenzwerte für die Strahlenbelastung von Lebensmitteln drastisch erhöht hat. Die Europäische Union übernahm diese Grenzwerte zwar, allerdings ausschließlich für japanische Lebensmittel. Produkte aus Europa oder der Tschernobyl-Region dürfen hingegen sechsmal höher belastet sein. Lebensmittel, die aufgrund zu hoher Strahlenbelastung in der Ukraine und Weißrussland aussortiert werden, dürfen damit in die EU exportiert werden.

Aus Fehlern wird man klug, heißt es im Volksmund. Doch die Menschheit bemüht sich bei Kräften, dumm zu bleiben. Sonst würde sie sich all das nicht bieten lassen.



Ist dem wirklich so?

Will die Menschheit nichts wissen? Vielleicht aus Angst, an der Ohnmacht gegenüber den Mächtigen zu zerbrechen? Zugegeben: Das Geflecht aus Politik und Wirtschaft ist scheinbar schwer zu durchdringen. Doch dann gibt es Ereignisse, aus denen ich wieder Kraft schöpfen kann und an denen ich erkenne: Auch Wirtschaft und Politik kochen nur mit Wasser.

In Japan - dem Land, in dem die Menschen nach der Reaktorkatastrophe erst lernen mussten, zu demonstrieren - verhindert ein kleines Küstendorf seit drei Jahrzehnten den Bau eines Atomkraftwerkes. Immer dann, wenn die Bauarbeiter anrücken, blockieren die meist im Rentenalter befindlichen Dorfbewohner die Baustelle.

Auch in Deutschland hat die Anti-Atom-Bewegung eine lange Tradition: Seit Jahrzehnten stellen sich zehntausende Menschen den Atommülltransporten in den Weg. Natürlich ist jedem vollkommen klar, dass der Atommüll sein Ziel erreichen wird. Doch die Proteste sind ein klares Zeichen an Atomindustrie und Politik, dass das Treiben nicht länger toleriert wird. Jedes Jahr beteiligen sich mehr Menschen daran, jedes Jahr dauern die Transporte länger und kosten mehr Geld.

Die Erfolge dieser Volksaufstände sprachen sich auch im eher konservativen Baden-Württemberg herum. Zehntausende gingen gegen "Stuttgart 21" auf die Straße. Und sie waren so von sich überzeugt, dass selbst das harte Vorgehen der Polizei die Proteste nicht brechen konnte.

In Frankfurt am Main und manch anderen Städten demonstrieren seit vielen Monaten jede Woche Tausende Menschen dagegen, dass Profite über ihre Gesundheit gestellt und sie rund um die Uhr dem Fluglärm ausgesetzt werden.

Unzählige Bürgerinnen und Bürger, die bislang mehr oder weniger vor sich hingelebt hatten, erkannten, dass sie in der Masse sehr wohl etwas bewegen können.



Konsum gegen Profitgier

Waren aus kontrolliert biologischem Anbau und fairer Produktion erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und auch der Erfolg von Biodeals.de zeigt mir, dass sich sehr wohl etwas tut. Je mehr sich die Menschen ihrer immensen Macht bewusst werden, desto schneller wird der Wandel auch vollzogen.

Das Produkt ist nicht bio oder fair? Dann kaufen wir es nicht. Wer Geld hat regiert - wem kein Geld gegeben wird, kann folglich auch nicht regieren. So kompliziert unsere Welt auch geworden ist: Diese Regel hat Bestand. Nutzen wir sie!

Allein sind wir nur ein Wassertropfen, doch aus Wassertropfen können mächtige Wasserfälle werden.

Andreas Bender

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